Anzahl der Drogentests verdoppelt seit Einführung des Speicheltests

Wenn die Polizei vermutet, dass ein Fahrer Drogen konsumiert hat, reicht seit 2010 ein schneller Speicheltest aus, um einen ersten Hinweis zu geben. Wenn dieser Test positiv ist, entnimmt ein hinzugezogener Arzt eine Blutprobe, die zwecks eindeutiger Feststellung an das Labor geschickt wird. Das Nationale Institut für Kriminalistik und Kriminologie (NICC) ist dafür das wichtigste Labor. Seit der Einführung des Speicheltests analysierte das NICC bereits 15.000 Blutproben.

Vor der Einführung des Speicheltests musste die Polizei einen viel umständlicheren Urintest für einen ersten Hinweis anwenden. Dass der Speicheltest schneller und einfacher ist, hat Folgen: Die Anzahl der Drogentests, die die Polizei auf den Straßen vornimmt, hat sich seit dessen Einführung mehr als verdoppelt.

Der Speicheltest ist übrigens nicht nur schneller, sondern auch zuverlässiger als der Urintest. Das NICC verglich zwei große Datensätze von Blutproben: einen vor der Einführung des Speicheltests und einen danach. Von den angeblich positiven Urintests erwiesen sich letztendlich bei der Blutprobe 17 Prozent als negativ, während sich bei den Speicheltests nur noch 6 Prozent als falsch positiv herausstellten. Speziell bei Cannabis, die am häufigsten verwendete Droge bei Fahrern unter Drogeneinfluss am Steuer, sank die Anzahl falsch positiver Tests von 24 auf 6 Prozent.“